Die historischen Schätze Klingenbergs |
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Kulturweg geplant: Wanderer sollen Heimatgeschichte fundiert und spannend erleben – Workshop zur IdeensammlungHeimatgeschichte wissenschaftlich fundiert und spannend aufbereitet einem breiten Publikum zu vermitteln, ist Ziel des Archäologischen Spessartprojekts (ASP). Mittlerweile wurden 63 europäische Kulturwege in Spessart und Odenwald konzipiert, die Geschichtsinteressierte auf den Spuren der Vergangenheit bewandern können. Auch die Stadtverwaltung Klingenberg liebäugelt damit, einen oder mehrere Kulturwege in Angriff zu nehmen. Dr. Gerrit Himmelsbach von ASP informierte am Dienstagabend im katholischen Pfarrheim über die Möglichkeiten. |
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Eine Landkarte aus dem 16. Jahrhundert dient Dr. Gerrit Himmelsbach als Beleg für die reichhaltigen Kulturschätze der Stadt Klingenberg. Foto: Ruth Weitz |
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| »In ihren Köpfen soll es rumoren«, sagte
Himmelsbach und forderte die rund 30 Anwesenden auf nachzudenken,
was Klingenberg mit seinen Stadtteilen an Geschichtsträchtigem zu
bieten hat. Jeder Ort verfüge über eine Besonderheit, die anderswo
nicht zu finden sei. »Die Vergangenheit wird lebendig, und aus einem
›oale Buckel‹ wird plötzlich eine Burg«, berichtete er aus seinen
Erfahrungen.
Himmelsbach hatte eine Karte aus dem 16. Jahrhundert auf die Wand projiziert, wo Paul Pfinzing um 1562 die markanten Punkte im Spessart aufgezeichnet hatte. Den Ausschnitt von Klingenberg, Röllfeld und Trennfurt zeigte er in einer Vergrößerung. Hier war zu erkennen, dass bereits im 16. Jahrhundert der Weinbau in Klingenberg eine bedeutende Rolle gespielt hat. »Es wimmelt hier nur so von Burgen«, verwies der Archäologe auf die in der Karte eingezeichneten Punkte.
Geschichtswissenschaftlich gesehen habe Klingenberg eine sehr gute Basis. »Dies ist der Arbeit von Gudrun Berninger zu verdanken, die viel geforscht und zusammengetragen hat«, sagte Himmelsbach. Er unterstrich die Bedeutung der Kulturwege für den Tourismus. Sie seien ein Magnet für Gäste und Einheimische. »Wenn Heimat zum Tourismus wird, ist das der Idealfall«, stellte er fest und merkte an, dass die Verwurzelung im Ort und die Verbundenheit mit dessen Geschichte auch ein Stück Identität bedeute. Das sei gerade für Kinder wichtig, lebendige Geschichte zum Anfassen zu erleben.
Im archäologischen Spessartprojekt, dessen Arbeit in einem gemeinnützigen Verein eingebettet ist, finde eine Vernetzung aller europäischen Kulturwege und ein kontinuierlicher Austausch statt. Somit sei auch schon ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit abgedeckt.
Stadtrat Willi Stritzinger wies auf die geplante Radweg-Trasse zwischen Erlenbach und Klingenberg hin. Hier sei noch ein Stück des ehemaligen Leinritts sichtbar. Es wäre schade, wenn dieser bedeutsame Teil der Kulturlandschaft zu Gunsten des Radwegs zerstört würde, meinte er. Helmut Becker, Vorsitzender des Förderkreises historisches Klingenberg, machte auf die ehemalige Siedlung Grubingen zwischen Röllfeld und Großheubach aufmerksam, die als Ursprung der Pfarreien in Klingenberg und Röllfeld angesehen wird. Laut Himmelsbach gilt es, diese Schätze zusammenzutragen und aufzulisten. Daraus könnten dann Kulturweg-Routen entwickelt werden. Bereits vorhandene touristisch erschlossene Strecken wie der Rotwein-Wanderweg sollten mit einbezogen werden.
Im Herbst will Bürgermeister Reinhard Simon zu einem Workshop einladen, wo die Ideensammlung angegangen werden soll. »Der Prozess bis zur Vollendung dauert ein bis zwei Jahre«, kündigte Dr. Gerrit Himmelsbach an. Bis dahin dürfe es kräftig in den Köpfen rumoren, um die historisch bedeutsamen Schätze Klingenbergs aufzulisten. Ruth Weitz Weitere Informationen im Internet unter www.spessartprojekt.de oder beim Spessartprojekt, Treibgasse 3, 63 739 Aschaffenburg, Tel. 0 60 21 / 58 40 343 , E-Mail: info@spessartprojekt.de. Eingebettet in eine reizvolle Landschaft zwischen Main und Spessart: Die mit Geschichtsträchtigem gesegnete Rotweinstadt Klingenberg ist mit ihren Stadtteilen Röllfeld und Trennfurt eine gute Basis für eine Route im Netzwerk der europäischen Kulturwege. |
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