Auch Bürger von Klingenberg a.Main wären vom geplanten Mobilfunkmast betroffen

Nachdem die Stadt Erlenbach dem Antrag von
E-Plus nicht mehr zustimmen will, verhandelt das Unternehmen derzeit mit dem Staatsforst, um auf dem »Hochberg« den geplanten Sendemast zu errichten. Über 50 Meter soll der Gigant in die Höhe ragen, um neben den Mobilfunksendeanlagen auch Richtfunk und UMTS-Anlagen aufzunehmen.

Nicht nur die Mechenharder, sondern auch die Bewohner von Klingenberg und der Nachbargemeinden wären von dem geplanten Vorhaben betroffen.

Weit über das Maintal sichtbar würde der Mobilfunkmast Bürger und Tourismus beeinträchtigen.
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Über 500 Besucher beim Informationstag der Mechenharder Bürgerinitiative
»Kein weiterer Mobilfunkmast«

Über 50 Meter soll ein Mobilfunkmast nahe dem Erlenbacher Stadtteil Mechenhard in den Himmel ragen. Seit September wehren sich die Bürger gegen den Mobilfunkgiganten E-Plus. Inzwischen hat selbst der Stadtrat eingelenkt. Am Sonntag, 04.03.2007 informierte die Bürgerinitiative in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnhalle in Erlenbach zum Thema »Mobilfunk«.

Insbesondere weil die geplante Informationsveranstaltung kurzfristig von der Mechenharder Turnhalle nach Erlenbach verlegt werden musste, freute sich der Sprecher der Bürgerinitiative »Kein weiterer Mobilfunkmast«, Michael Pfeffer, über die prall gefüllte Halle. Über 500 Menschen waren der Einladung gefolgt und untermauerten, wie wichtig ihnen das Thema doch ist.

Strahlenbelastung vermeiden

Mit einer Infowand, zahlreichen Unterlagen zu den Themen Elektrosmog und Strahlung informierte die Interessengemeinschaft die Besucher. Drei Referenten klärten über Gefahren und Auswirkungen durch die von den Mobilfunkmasten ausgehende Bestrahlung auf. Auf Unterschriftenlisten dokumentierten zahlreiche Bürger ihre Ablehnung.

»Drei Viertel der Studien über Mobilstrahlen sind noch nicht abgeschlossen« sagt der Mechenharder Hausarzt, Dr. Olaf Schmitz. Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum oder beispielsweise auch ungesunde Ernährung seien schädlich und würden für Diskussionen sorgen. Ebenso bewertet Schmitz den Diskussionsbedarf bezüglich der Mobilfunkstrahlung. Dass die Strahlenenergie nicht ungefährlich sei, belegten Auswirkungen wie Sonnenbrand oder Hautkrebs. Schmitz forderte aus medizinischer Sicht, »die Zwangsbelastung durch Mobilfunk zu vermeiden.« Als weiterer Referent informierte Siegfried Zwerenz (Tirschenreuth) vom Verein »Bürgerwelle«, dem Dachverband der Bürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog, über die unterschiedlichen Strahlungsarten und deren Auswirkungen. Deutschland habe mit zehn Millionen Mikrowatt je Quadratmeter einen der höchsten Grenzwerte weltweit, erklärt Zwerenz. Die Entscheider in der Politik und in den Fachgremien würden durch die falschen Berater unterstützt. Oftmals stünden die Interessen von Wirtschaft und Unternehmen vor denen der Bürger.

Die Mobilfunkbetreiber behaupteten, trotz eigenes besseren Wissens, immer wieder, es lägen keine Studien vor, welche die Gefährlichkeit des Mobilfunkes belegen. Jedoch ist nach den Ausführungen des Mobilfunk-Sachverständiger das Gegenteil der Fall. Die gepulsten Mobilfunkwellen störten den komplizierten Organismus von Mensch und Tier. Früher oder später könnten Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Übelkeit oder sogar gefährlicher Krebs entstehen.

Hans Schmelzer schilderte eindrucksvoll seine persönlichen Erfahrungen aus Helmstadt bei Würzburg. Der dortige Mast wurde in den vergangenen sieben Jahren von anfangs zwei Sendern aufgerüstet auf heute 22 Mobilfunk- und 18 Richtfunkantennen, die unter anderem auch für »toll collect« verwendet werden. Die Krebsrate habe sich seitdem verdreifacht. Seine Frau starb vor zwei Jahren an Krankheit, er selbst ist inzwischen auch Krebspatient. Schmelzer ist sich sicher, dass er, seine Frau und über 20 weitere Helmstädter durch den am Waldrand installierten Mobilfunkmast krank wurden. Auch wenn die wissenschaftlichen Beweise fehlen, will Hans Schmelzer weiter gegen den Mobilfunk kämpfen.

Seit September erregt der vom Mobilfunkbetreiber E-Plus bei Mechenhard geplante Sendemast die Gemüter nicht nur im Erlenbacher Stadtteil. Nach der Zustimmung des Bauausschusses, für das geplante Vorhaben ein städtisches Grundstück am Mechenharder Waldrand zur Verfügung zu stellen, häuften sich die Beschwerden der Bürger. Sogar »Geheimniskrämerei« wurde den Verantwortlichen vorgeworfen. Schließlich hob der Stadtrat die Entscheidung des Bauausschusses im Oktober einstimmig auf. Michael Pfeffer, Sprecher der Bürgerinitiative, hatte Bürgermeister Michael Berninger zuvor 460 Unterschriften gegen das geplante Vorhaben überreicht.

Über 50 Meter hoher Gigant

Nachdem die Stadt Erlenbach dem Antrag von E-Plus nicht mehr zustimmen will, verhandelt das Unternehmen derzeit mit dem Staatsforst, um auf dem »Hohberg« den geplanten Sendemast zu errichten. Über 50 Meter soll der Gigant in die Höhe ragen, um neben den Mobilfunksendeanlagen auch Richtfunk und UMTS-Anlagen aufzunehmen.

Nicht nur die Mechenharder, sondern auch die Bewohner von Klingenberg, Wörth, Erlenbach, Elsenfeld, Rück-Schippach, Schmachtenberg, Mönchberg und Eschau seien von der neuen Sendeanlage betroffen, sagt Michael Pfeffer als Sprecher der Interessengemeinschaft. Pfeffer hofft, durch mehr Aufklärung der Bürger und mit Hilfe der zuständigen Politiker das geplante Vorhaben endgültig »kippen zu können«.

 

Der geplante Mast ist mit einem kleinen gelben Stern über dem NG von Klingenberg eingezeichnet. Der große rote Stern wäre der Standort auf Erlenbacher Grund gewesen.

Text: Ralf Hettler, Main-Echo. Fotomontage: Bürgerinitiative "Mobilfunk"

letzte Aktualisierung: 09.03.07