Die Stadt Klingenberg am Main betreibt eigenständig ein Bergwerk zur Gewinnung von Spezialton. Anfang des 18. Jahrhunderts wird mit der Tongewinnung unter Tage begonnen. Das Bergwerk wird wechselweise von der Stadtverwaltung und von Pächtern betrieben. Durch Raubbau und Vernachlässigung des Schachtausbaues durch die Pächter entsteht im Laufe der Jahrzehnte  beträchtlicher Schaden. Deshalb beschließt der Magistrat im Jahr 1855, das Bergwerk ganz in eigener Regie zu führen. Entgegen der damals üblichen Rechtslage konnte die Stadt Klingenberg ihren Eigentumsanspruch auf die Tongrube gegenüber dem Mainzer Kurfürsten durchsetzen.
 


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it dieser Entscheidung und durch die einzigartige Qualität des Klingenberger Tons (dem dunklen Gold) gelangte die Stadt zu ihrem legendären Reichtum bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges. Aus dem Gewinn des Tonbergwerkes wurden viele repräsentative Bauten und technische Einrichtungen in Klingenberg finanziert, die heute noch das Stadtbild prägen. Die Nachfrage nach diesem hochwertigen Spezialton ist bis heute ungebrochen. Wie in vielen anderen Bereichen des Bergbaus unterlag der Umfang des Absatzes starken Schwankungen, was immer im Zusammenhang mit technischen Entwicklungen zu sehen ist. So ging z. B. mit der Einführung der Computertechnik die Nachfrage nach Tonqualitäten für die Bleistiftindustrie zurück und hat sich auf einem neuen Niveau eingependelt. Dagegen werden immer mehr metallische Werkstoffe durch Keramiken ersetzt.

Der Ton wird derzeit mit einer Belegschaft von nur 6 Bergleuten gewonnen, gefördert und verarbeitet. Die selektive Gewinnung erfolgt noch in traditioneller bergmännischer Arbeit mit dem Druckluftspaten.

   

Die nachstehende Weltkarte gibt eine Übersicht über  die Exportschwerpunkte des Klingenberger Tones (Stand 2002).