Obstkulturpark
Klingenberg-Trennfurt

 
Regionale Apfelsorten und damit eine genetische Vielfalt zu erhalten, das ist das Anliegen des Obstkulturparks, der am 15.04.2005 vor rund 150 Gästen eröffnet wurde. Das Projekt, vor einem Jahr noch diskutiert, war in Rekordzeit verwirklicht worden.

Rainer Wöber, Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins war denn auch sichtlich stolz, dass innerhalb eines halben Jahres nicht nur Klingenbergs Bürgermeister Reinhard Simon von dem Projekt überzeugt werden konnte, sondern auch knapp fünf Hektar zur Verfügung stellte.

Heute 36, bald 450 Obstbäume

Im ersten Abschnitt wurden 36 Hochstämme alter Sorten gepflanzt. Im Gewann Schebel wachsen bereits Baumanns Renette, Danziger Kantapfel, Gewürzluiken, Jakob Lebel, Kaiser Wilhelm, Landsberger Renette, Riesen Boikenapfel, Winterglockenapfel, Bürgstädter Roter, Miltenberger Schöner, Trennfurter Renette und Trierer Weinapfel. Vollständig ausgebaut sollen hier einmal 450 Obstbäume stehen, neben Äpfeln auch Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Kirschen und Nüsse.

Doch braucht das Projekt Zeit. Gerade bei den regionalen Sorten gibt es oft nur noch wenige Exemplare. Die müssen gefunden und deren Besitzer überzeugt werden, dass davon Reiser geschnitten werden dürfen. In Baumschulen werden daraus schließlich neue Bäume.

Nun klang bei allen schönen Reden auch an, dass der Obstkulturpark ein Erbe für kommende Generationen ist. Die müssen die Verpflichtung übernehmen, dieses auch zu pflegen. Angesichts von verwaisten Apfelbäumen am Rande der benachbarten Stadt Wörth, die demnächst durch Rebstöcke ersetzt werden sollen, eine nicht unwichtige Mahnung.

Damit schon die Kinder von heute eingebunden sind, waren Schüler der Trennfurter Volksschule zum symbolischen Pflanzen einer Linde und eines Apfelbaums der Sorte Jakob Lebel gekommen. Mit Elan schwangen sie unter den Augen ihrer Lehrerin Monika Bachmann die Schaufeln. Hermann Josef Eck vertrat nicht nur den Landrat, sondern freute sich auch als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands über die Begeisterung, mit der die Verantwortlichen des Obstkulturparks an das Projekt heran gegangen waren. Eck hob den »wertvollen Beitrag zur Traditionspflege« hervor.

Alfred Büstgens, Bezirksvorsitzender des Verbands Gartenbau und Landespflege, bezeichnete den Untermain als für den Obstanbau klimatisch besonders gut geeignetes Gebiet. Er erinnerte daran, dass bis zum Zweiten Weltkrieg die Streuobstbestände einen hohen Wert darstellten. Spätestens mit den Obstregalen der Supermärkte verschwanden jedoch die heimischen Sorten endgültig aus dem Angebot.

Neben zahlreichen Bürgermeistern, den Aktiven von Obst- und Gartenbauvereinen und den Landtagsabgeordneten vertrat der Vorsitzende des Kreisverbands für Garten und Landschaft den benachbarten Landkreis Aschaffenburg, der ebenfalls am Obstkulturpark mitwirkt.
letzte Aktualisierung: 25.10.2006